Die Gilde der Beschwörer



Erste Anlaufstelle ist wie üblich das Rathaus in Tadmor.
Du stehst in einem Raum, der wohl vor langer Zeit der Beschwoerergilde als
Informationsbuero gedient haben muss. Doch nun ist der Raum verwaist. Von
der Decke haengt eine Oellampe, die hier immernoch Licht spendet. Vor dem
vernagelten Fenster steht ein grosser alter Schreibtisch. Dort muss einmal
der Vertreter der Beschwoerergilde gesessen haben. An der Westwand steht
ein grosses Regal, dass die gesamte Wand entlang reicht und an der Ostwand
haengen noch die Reste eines Plakates. Darueber ist ein grosses Schild
befestigt. Alles ist mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Sie zeugt von
den vielen, vielen Jahren, die seit der Bluetezeit der Gilde, fuer die hier
einmal geworben wurde, vergangen ist. Doch einst muss es eine reiche und
maechtige Gilde gewesen sein, denn die Ausstattung des Raumes ist doch
recht nobel, wie man auch an dem dunklen Marmorboden erkennen kann.
      Weiter: Norden.

In der Schreibtischschublade findet sich ein vergilbter Zettel.
Das sieht nach einer Wegbeschreibung zur Beschwoerergilde aus. Du solltest
ihn Dir genau durchlesen.

Du musst Dich etwas anstrengen alles zu entziffern, denn das Papier ist
schon sehr vergilbt und die Buchstaben darauf kaum zu lesen. Dennoch
gelingt es Dir schliesslich:
Sei gegruesst, der Du Die Gilde der Beschwoerer suchst. Da Du dieses
Schriftstueck in Haenden haeltst, bist Du von Kurmolum, dem Vertreter
unserer stolzen Gilde, fuer wuerdig und faehig erachtet ein Beschwoerer zu
werden. Folge nun den Anweisungen, die Dir hiermit gegeben werden, die
Gilde zu finden und unserem Kreis beizutreten.
Nun folgen die Anordnungen, die Dich zu unserer Gilde fuehren sollen:
Nimm den Weg nach Sueden aus Tadmor heraus. Folge dem Handelsweg bis Du
nach Osten einen kleinen Pfad verzweigen siehst. Folge ihm und Du gelangst
zur Gilde der Beschwoerungen. Doch verwahre dieses Schriftstueck gut, denn
ohne es wird Dir kein Einlass gewaehrt werden.

Im Regal steht ein sehr altes Buch. Wesen mit neutraler oder guter Gesinnung können nur leere Seiten erkennen. Hat man eine böse Gesinnung, kann man folgendes in dem Buch lesen:
Vorwort
~~~~~~~
Dieses Buch enthaelt die Geschichte der Gilde der Beschwoerungen.
Sie wurde von Kjeldon, einem Nachfahren des Gruenders der Gilde der
Beschwoerungen ueberliefert und niedergeschrieben.

Die Anfaenge der Beschwoerer-Gilde
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Es war vor vielen, vielen Jahren. Magyra und seine Einwohner begannen gerade
erst ihre Welt zu erkunden. Sie lernten die Kuenste der Alchemie und der Magie.
Staedte entstanden, wie Tadmor, die von den Menschen zu ihrer Hauptstadt
erkoren wurde. Und in diesen Staedten liessen sich die Repraesentanten der
unterschiedlichsten Berufe nieder, die man bald auch Gilden nannte. Es gab die
Gilde der Magier, die ihre Kraefte aus Runensteinen bezogen. Die Gilde der
Druiden, die eng mit der Natur verbunden, magische Traenke brauten. Oder die
Gilde der Hexen, die Tiere zu ihren Vertrauten machten. Dann gab es noch die
Gilde der Alchemisten, die mit einem Material, das sie Urmaterie nannten,
experimentierten und wissenschaftliche Lehren vertraten. Natuerlich entwickelte
sich auch eine Gilde der Diebe, deren Lebensphilosophie in der Erleichterung
der Sorgen anderer Menschen und damit vor allem derer Geldbeutel, bestand. Da
die Bewohner Magyras auch ausserordentlich neugierig waren, was ihre Umgebung
betraf, gab es natuerlich auch eine Gilde der Abenteurer, deren Mitglieder die
Lande durchstreiften. Es soll auch eine Gilde der Mathematiker gegeben haben,
doch bald verstarb das letzte Mitglied dieser Gilde auf der Suche nach der
zweiten geraden Primzahl. Doch das war erst der Anfang. Besonders die magischen
Gilden lebten in dauerndem Konflikt ueber ihre Ideologien. Die Druiden
beschwerten sich bei den Hexen ueber die Versklavung der Tiere, waehrend sie
die Alchemisten anklagten natuerverachtende Experimente anzustellen.
Die Magier hingegen warfen den anderen Gilden einen Mangel an
Aufgeschlossenheit und Weltoffenheit vor, was manche ihnen doch genauso
zum Vorwurf machten.
Die Alchemisten zweifelten generell an der Existenz der Magie, waehrend
die Hexen sich beschwerten wegen ihren Warzen von den anderen Gilden
isoliert zu werden.
Doch in einem waren sie sich absolut einig. Eine Ansicht, die alle
Gilden gemein hatten und die auch von der ganzen bekannten Welt geteilt
wurde:
Magyra, so war die allgemeine Auffassung, sei der Zentrum des UNIversums.
Und nur hier gaebe es Leben. Nur hier auf dieser Welt. Die Goetter haben
diese Welt fuer ihre Bewohner geschaffen und alles um sie herum sei nur
Dekoration, den Menschen zum Gefallen erschaffen.
Auch wenn die Alchemisten ein wenig an der Existens der Goetter
zweifelten, weil es sie doch sehr stark an die angeblich existierende
Magie erinnterte, waren selbst sie in den anderen Punkten mit den uebrigen
Gilden derselben Meinung.
Nur wenige Leute glaubten dieses Maerchen nicht. In all diesen Gilden gab es
ein paar Leute, die an der Behauptung festhielten, dass da doch mehr sein
muesste. Jenseits der Grenzen dieser Welt. Es waren Magier und Druiden, Hexen
und auch ein paar Alchemisten, die ihre Differenzen beilegten und sich
zusammen- setzten und gemeinsam zu forschen begannen. Sie erforschten die Natur
des UNIversums und wie man mit anderen Sphaeren und Dimensionen in Kontakt
treten konnte.
Aus diesen ersten Pionieren der Dimensionsforschung entstand nach
langen Jahren dann diese unsere Gilde, die Gilde der Beschwoerer.
Auch wenn ihre Namen nicht ueberliefert sind, so sind wir ihnen und
ihrem Engagement doch zu grossem Danke verpflichtet.

Die Gilde der Beschwoerer
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Lange Zeit stand unsere Gilde in keinem guten Ruf. Wir Beschwoerer wurden
Phantasten und Spinner genannt. Als wir dann die ersten Erfolge aufweisen
konnten, nannte man uns Scharlatane. Denn es war uns gelungen Rituale und
Formeln zu entwickeln, mit denen wir Wesen aus fremden Dimensionen
heraufbeschwoeren konnten.
Doch diese Rituale lieferten immer wieder andere Resultate. Mal tauchte
ein Ork in unserem Beschwoerungskreis auf, und beim naechsten Versuch
erschien an Stelle ein Ungeheuer, dass nur schwerlich in seine Welt
zurueckgeschickt werden konnte.
Da gelegentlich auch ein paar Unfaelle passierten, wurden die Mitglieder
unserer Gilde bald von allen Leuten gemieden, weil wir als gefaehrlich
galten.
Also fuegten wir uns in die Rolle der Aussenseiter und verlegten unsere
Gilde in ein abgelegenes Gebiet. Dort fuerten wir unsere Experimente fort.
So vergingen viele lange Jahre.

Die Zeit der Macht
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Vor einigen Jahren kam dann der grosse Durchbruch. Es gelang Morthag,
einem sehr maechtigen Mitglied unserer Gilde, ein Ritual zu entwickeln,
dass eine stabile Verbindung zu einer anderen Welt zu schaffen schien.
Obgleich nie ein Wesen aus den lodernden Flammen seines Portales entstieg,
deuteten alle Anzeichen darauf hin, dass dieses Feuer ein Portal in eine
andere Dimension darstellte. Nur konnten wir es nicht unbeschadet betreten.
Wir forschten in dieser Richtung weiter und eines Tages bekamen wir Kontakt
mit einem Wesen von der anderen Seite, wie wir die fremde Welt nannten, die
keiner von uns betreten konnte.
In den folgenden Monaten vertieften wir den Kontakt und lernten viel von ihm.
Es nannte sich "Achaar" und erklaerte sich einverstanden uns mehr ueber die
Lehre der Dimensionen beizubringen, die sein Volk zu einer Kunst entwickelt zu
haben schien. Achaar war auch sehr neugierig. Als Gegenleistung forderte er uns
auf diverse Dinge in seine Dimension zu schicken, damit sein Volk sie dort dann
untersuchen koennte. Zu den Dingen gehoerten zunaechst nur normale Gegenstaende
und kleine Tiere. Im Gegenzug erfuhren wir ungeheuer viel ueber andere
Dimensionen und Sphaeren und lernten viele Rituale, die stabiler waren, als
unsere eigenen. Unsere Macht wuchs und wuchs und wir konnten den Wesen, die wir
meist einfach nur unsere NACHBARN nannten, immer mehr Material zur Verfuegung
stellen. Sie waren uns sehr dankbar und unsere Gilde erlangte unermaessliche
Macht.

Die Hochzeit der Gilde der Beschwoerer
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Nun war die Zeit gekommen, dass wir dem Rest der Welt zeigen konnten,
was unsere Lehren wert waren. Mittlerweile konnten wir sogar schon
Wesen von der anderen Seite herbeiholen, die vom Rest der Welt
abstossend als DAEMONEN bezeichnet wurden. Aber diese erbaermlichen
Menschen hatten ja keine Ahnung. Sie kannten die NACHBARN ja nicht so
gut wie wir und fuerchteten sich vor uns und unseren Freunden. Ja, nun
sollte die Welt erfahren, was es bedeutete sich vor der Realitaet zu
verschliessen. Sie sollten nun den Terror hundertfach zurueck erhalten,
den sie unserer Gilde ueber die Aeonen hinweg zukommen liessen. Die Zeit
der Beschwoerer brach an und ganz Magyra erzitterte vor unserer Macht.
Es war eine gute Zeit.
Doch nun scheinen die Menschen sich wehren zu wollen. Die anderen
Gilden haben ihre Streitigkeiten beigelegt und immer wieder berichten
unsere Freunde, dass sie von Hexen, Druiden, Magiern, Alchimisten und
sogar Dieben attackiert wurden. HA! Sollen sie doch! Wenn es uns
gelingt ACHAAR in diese Welt zu holen, hat er uns versprochen ein
besonders maechtiges Geschenk zu machen. Dann werden wir diese
Aufsaessigen fuer immer vom Angesicht Magyras hinwegfegen!
Moege das Feuer niemals verloeschen!!!

Die Wegbeschreibung auf dem vergilbten Zettel ist irreführend, denn ein Zugang zur Beschwörergilde befindet sich weiter südlich im Düsterwald auf der Insel Istaro in einem Brunnen. Hat man einen Tatzelwurm und einen Dämon passiert, gelangt man am Ende eines teilweise versteckten Weges in ein zerstörtes Gebäude. In der Eingangshalle sitzt ein Skelett, das sich aber nur für böse gesinnte Wesen interessiert, alle mit neutraler oder guter Gesinnung ignoriert es.
Du sagst: will beitreten

Du hast auf einmal das beunruhigende Gefuehl, als wuerde Dich das Skelett mit
seinen hohlen Augen abschaetzend mustern.

Ein eiskalter Schauer jagt Dir ueber den Ruecken...

Mit einem mal beginnt eine dumpfe hohle Stimme direkt in Deinem Kopf zu
sprechen: "Sei mir willkommen! Ja, ganz recht, ich kenne Deinen Namen. So wie
ich die Namen aller kenne, denen das vornehme Gehabe der meisten Bewohner auf
dieser grausamen Welt auf die Nerven geht.

Aber ich moechte mich Dir auch vorstellen:

Ich bin... war einst Vassius, ein Mitglied der stolzen und maechtigen Gilde der
Beschwoerer und zustaendig fuer die Aufnahme neuer Interessenten in unsere
Kreise. Aber das liegt lange zurueck...

SEHR lange...

Die Stimme gibt einen tiefen Seufzer von sich.

Damals war unsere Gilde maechtig und angesehen. Jeder trat uns damals mit dem
gebuehrenden Respekt entgegen.

Wir forschten nach dem, was hinter den Grenzen Magyras liegt. Und auch hinter
den Grenzen von Raum und Zeit.

Und mit Erfolg!

Wir hegten Kontakt zu vielen fremden Dimensionen und fanden machtvoll Freunde
jenseits dieser Grenzen.

Doch das wurde uns von den uebrigen Gilden geneidet. Sie hassten uns wegen
unserer Macht, unserer Verbuendeten und unseres Wissens.

Ihr Hass kannte keine Grenzen. Zunaechst ueberfielen sie einzelne Mitglieder
unserer Gilde und richteten sie uebel zu.

Doch irgendwann reichte ihnen das nicht mehr und sie stuermten dieses Haus des
Wissens und der Magie. Sie toeteten alle, die sich ihnen in den Weg stellten.

Sie schaendeten unsere Bibliothek und raubten alles, was uns heilig war. Auch
ich starb auf diese Weise einen grauenvollen Tod. Genau hier in diesem Raum
liegen noch die Ueberreste meines Koerpers. Der Feuerball eines dieser
arroganten Magier traf mich, als ich durch einen dieser feigen Hexenflueche zur
Bewegungslosigkeit verdammt war.

Fluch ueber diese feigen Bestien!

Doch auch wenn die Beschwoerergilde ausgeloescht wurde, lebt ihr Geist
weiter.

Denn unsere Freunde und Verbuendeten wurden zwar auch aus dieser Welt
vertrieben, denn man nannte sie Daemonen und Monster.

Lange hat es gedauert, bis sich unsere Freunde von den Schrecken, die ihnen
zugefuegt wurden erholt haben. Doch nun kommen sie zurueck, um diese
schmachvolle Tat zu raechen. Und ihre Rache wird fuerchterlich sein, denn sie
ist gerecht!

Auch Du kannst uns helfen, unsere Rache zu bekommen...

Doch sei gewarnt! Wenn die uebrigen Gilden vom erneuten Auftauchen der Daemonen
erfahren, werden sie mit Sicherheit nichts unversucht lassen, uns wieder zu
vernichten.

Die Stimme in Deinem Schaedel verstummt und Du blickst Dich verwirrt um.



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